Jack. Der Gute.
Also, Jack.

Der wunderbare, fantastische Jack – Ihr wisst schon: Der Jack, der jeden, der fremd ist so lange anbellt, bis derjenige (der Fremde, nicht Jack!) völlig entnervt aufgibt und beschliesst, uns nie mehr zu besuchen, bis dieser Köter endlich das Zeitliche gesegnet hat. Also, ich meine diesen Jack, der, nachdem du ihn wochenlang mit frischer Hähnchenbrust bestochen hast, beschlossen hat, dass Du ja doch eigentlich ganz nett bist und Du ihn jetzt streicheln darfst. Mal kurz. So für ca. 5 Minuten bis einen halben Tag – dann ist das mit der frischen Hähnchenbrust aus dem kleinen Jack-Kopf gefallen und Du bist wieder fremd. Klar. Weil, Du hast Jack ja auch noch nie mit Hähnchenbrust gefüttert, verstehste? Also: Du bist fremd. Und was fremd ist, das wird so lange angekläfft, bis es entnervt aufgibt und beschliesst undsoweiter.
Jack, der Killerkläffer. Quasi. Ich bell’ so lange, bis Du tot umfällst. So sieht’s aus. In einer von den 2,5 Gehirnzellen von Jack.
Also, Jack. Der einzigartige Jack, der heute Flug- und morgen Froschhund ist. Und übermorgen ein Erdmännchen. Weisste?
Ich meine genau diesen Jack, der jeden erst mal rein vorsorglich in die Wade kneift, der MIR mehr als 10 Meter zu nahe kommt. Weil ich bin die Beste und Jack ist der Einzige, der das zu würdigen weiss. Oder so ähnlich. Kurzum: Jack, dieses komplett verzogene Gör, das eigentlich ein wunderbarer, einzigartiger und sehr liebenswerter Hund ist. :)
Also. Können wir jetzt endlich mal zum Punkt kommen, herrje?!
Vorhin gehe ich mit Jack den allabendlichen Rundgang machen. Bäume zählen und so, Ihr wisst schon. Fahrradfahrer verbellen. Und Dieselmotoren anknurren. All’ diese Sachen eben, die es bei einem Abendgassi so zu tun gibt. Da kommen wir an einer Parkbank vorbei. Im Dunkeln. Sitzt ein Mann auf dieser Parkbank. Ein MANN! Das reicht ja eigentlich schon zu einem mittleren Knurr-Anfall. Mit Kapuze auf! KAPUZE!!! Verstehste?! Kapuze UND Mann ergibt normalerweise einen Bell-Tsunami. Weil: Männer sind von jeher böse und Männer mit Kapuze sind direkte Abgesandte aus der Hölle. Meint nicht nur Jack! :))
Also, da sitzt dieser Mann. Mit Kapuze. Im Dunkeln. Auf der Parkbank.
Und Jack rennt schnurstracks zu ihm, setzt sich hin und leckt diesem wildfremden Kapuzen-Mann die Hand ab.
Ich beschäftige mich eine gefühlte halbe Stunde damit, die Welt nicht mehr zu verstehen. Weil, eigentlich fressen wir solche Männer mit Kapuzen auf Parkbänken im Dunkeln, verstehste?
Ich hab’ mich dazugesetzt. Jack hat weiter die kapuzenbehirnte Männerhand abgeschleckt. Und ‘ne Weile haben wir so vor uns hingeschwiegen und -geschleckt. (Der Mann und ich geschwiegen. Jack die Männerhand geschleckt.)
Sagt der Kapuzenmann plötzlich: “Ich hab’ heut’ meine Hündin einschläfern lassen. Sie war so alt und krank.”
Herrje. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie berührt ich von all’ dem war bin. Ganz schön viel. Ehrlich.
15 Kommentare »
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Kommentar by noch ein Markus — 28. April 2011 @ 08:14
das Wahrnehmungsvermögen von Hunden.
faszinierend.
:)
Kommentar by marcO — 28. April 2011 @ 09:52
Epischer Jack ist episch. #kurzum
Kommentar by Mirka — 28. April 2011 @ 19:22
Kluger, empathischer Hund. (Und endlich wieder ein Lebenszeichen von dir!)
(Was war jetzt eigentlich nochmal mit dem Sohn und dem Führerschein? *pfeif*)
Kommentar by Helge — 28. April 2011 @ 20:52
Ich bin immer voll sauer auf Dich weil Du nix von Dir hören lässt. Und dann kommst du jedesmal mit so Sachen um die Ecke. Jetzt bin ich wieder voll verschossen in Dich. Du blöde Kuh. :o)
Kommentar by kelef — 28. April 2011 @ 22:02
kann man immer wieder was lernen von den tölen. man sollte ihnen viel mehr gespür schenken, und ihnen viel mehr glauben.
Kommentar by madchiq — 29. April 2011 @ 00:13
Also mal ganz langsam: Jack hat ein sehr feines Gespuer? Und bellt wen nochmal immer an? Hach, ist das wieder ein Durcheinander.
Kommentar by Korrupt — 1. Mai 2011 @ 09:49
Die Geschichte selber ruehrt mich grade auch etwas. JAck ist ein Guter. Aber ich muss zugeben, dass er Radfahrer verbellt, da denke ich grade, dass mir das irgendwie ein wenig das Gefühl aktuell leicht angestiegener Seelenruhe verschafft.
Kommentar by Miica — 3. Mai 2011 @ 12:41
Gott du lebst! Und ehrlich gesagt hab ich jetze gedacht, dass da ne STory drüber kommt, dass dir der Jack weggestorben is, was ja zumindest erklären würde, warum mich monatelang der einzige Artikel oben angestarrt hat, den ich so ganz und gar nich lustig fand, was die Wartezeit einfach noch schlimmer gemacht hat. So, jetz weisste wies aussieht…
Hab auch mal n Hamster einschläfern lassen müssen… Bommel… Gott hat ihn bestimmt seelig!
Kommentar by st. — 5. Mai 2011 @ 21:27
ja, ich lebe. jack auch. was ein glueck, mal ehrlich :)
ihr seid auch alle mein einziges schlechtes gewissen, ueber das ich mich freue, das ich es habe. quasi meine private leiche im keller ;)
Kommentar by jens — 9. Mai 2011 @ 14:10
da muss ich mir hier im office fast ne träne verdrücken. aaargh
habe meinen langjährigen freund und kumpelhund wisky auch letzten winter nach 16 schönen jahren einschläfern lassen müssen. *heul*
Kommentar by FrauVau — 12. Mai 2011 @ 13:04
wow. hammer. meine töle geht mir ja meist tierisch auf die nerven, aber grad ist mir so, als könnt ich sie so als hund doch mal ganz gern haben..
Kommentar by vatervongott — 14. Mai 2011 @ 16:30
gar nich gross verwunderlich… obwohl ich selbst erst vor kurzem gelernt hab, dass hunde so seltsame dinge wie soziale und emotionale intelligenz besitzen (gibt dazu nen interessanten podcast bei omegataupodcast.ne, z.b.)… und bitte, frauwau, “toele” u.ae. mag mensch nich wirklich gerne lesen
Kommentar by Lobo — 20. Mai 2011 @ 18:29
Schön mal wieder was von dir zu lesen. :-)
Pingback by Narrenfreiheit dank Muttizettel « daRONN.de — 24. Mai 2011 @ 19:52
[...] wer begleitet mich an meinem freien Abend? (bevorzugt weiblich, Ü18 und es sollte ok sein, wenn ein Hund dabei ist [...]
Kommentar by Miri — 24. September 2011 @ 12:57
… schnief. Wir sollten uns ne Scheibe con Abschneiden. Ich hätte gern eine Scheibe Jack, zum mitnehmen.