Von unausgereiften Gedanken, überreifen Äpfeln und verkannten Verliebten.

von st. am 17 November 2008 — Kategorie: angebär.in

Der Roland-Koch-Apfel

Beim Spaziergang mit Jack am vorvergangenen Wochenende sprang mir dieses kleine Äpfelchen vor die Handylinse, das eisern an seinem Baum hängen geblieben ist, obwohl es sein natürliches Verfallsdatum (Baumabfallsdatum? Naja, egal.) schon um Woooooochen überschritten hatte. Was ihm eine gewisse pockengefleckte Apfelhautoberfläche einbrachte.

Ich habe diesen Apfel getauft: Er heisst nun “Der Roland-Koch-Apfel”. Was ICH ausgesprochen urkomisch finde, wenn ich ehrlich sein soll. Seitdem verknote ich mir mein kleines Hirn damit, mir eine standesgemässe Taufrede für den Roland-Koch-Apfel aus den Fingern zu saugen. Erfolglos, leider: Es will mir einfach nicht gelingen meine Gedanken so zu formulieren, dass sich meine Roland-Koch-Apfelentdeckung genauso lustig liest/ anhört, wie sie sich in meinem Kopf anfühlt. Erschwerend kommt ja nun auch noch hinzu, dass definitiv ALLES, was im Hessischen Landtag momentan wertvolle Atemluft wegatmet, ja derzeit naturwitzig ist. Und überhaupt wollte ich nie politisch sein. Also lass’ ich das mit der lustigen Roland-Koch-Apfel-Taufrede und verkünde einfach die knallharten Fakten:

Ich habe den Roland-Koch-Apfel entdeckt und das ist u_n_g_l_a_u_b_l_i_c_h komisch.

Zum Trost allerdings für die entgangene Rede…

…präsentiere ich, wo ich eh grade schon unzusammenhängenden Kram laut in die Tastatur denke, ein wahrhaft entzückendes Gedicht von Herrn Ringelnatz, das mir heute morgen via Lyrikmail in’s Mailfach flatterte:

Ein Taschenkrebs und ein Känguruh

Ein Taschenkrebs und ein Känguruh,
die wollten sich ehelichen.
Das Standesamt gab es nicht zu,
Weil beide einander nicht glichen.

Da riefen sie zornig: “Verflucht und verdammt
Sei dieser Bureaukratismus!”
Und hingen sich auf vor dem Standesamt
An einem Türmechanismus.

[Joachim Ringelnatz (1883-1934)]

Das ist schon ein bisschen herrlich, nicht? :)

Zum passenden Schluss noch eine Frage aus aktuellem Anlass. Da Jack, während ich diese Zeilen schreibe, immer und immer wieder diese Zimmerpflanze da links anknabbert: Kennt jemand einen günstigen Shop, wo man etwa 1 Meter hohe fleischfressende Pflanzen kaufen kann? Ich meine, man sollte diesem Tunichtgut mal beibringen, dass die Natur sich auch wehren kann. (Zudem er heute schon Det ein Ohr abgebissen hat.)

12 Kommentare »

  1. Kommentar von zoee — 18. November 2008 @ 09:38

    doch, das ist urkomisch! :)

  2. Kommentar von Lakritz und Schokolade — 18. November 2008 @ 10:27

    Wenn es ein Det der “neuen” Mainzelmännchen ist, dann ist das nicht schlimm. Dann kann Jack ihn ganz fressen. Ist es der alte Det, dann ist das eine Hundesünde und er sollte dafür von der künftig mitwohnenden fleischfressenden Pflanze ins Ohr gezwickt werden.

    (Ach nee, doch nicht. Das tut mir dann wieder zu leid. So, wie der gucken kann. (Der Jack, nicht der Det.))

  3. Kommentar von Frau Ährenwort — 18. November 2008 @ 11:01

    Googeln Sie doch mal nach der “Verpiss Dich” Pflanze. Vielleicht hilft die ja auch bei Hunden :-)

  4. Kommentar von st. — 18. November 2008 @ 13:21

    zoee, ich hab auf dich gebaut! :))

    lakritzline: natürlich den alten det. war doch klar, oder? für meinen hund nur das beste. so seh ich es (gezwungenermassen) ;)

    frau ährenwort:

    Diese Pflanzenzüchtung ist nicht besonders attraktiv, wird aber von Garten- und Hausbesitzern gerne als Schutzpflanze benutzt, weil sie Hunde, Katzen, Kaninchen und andere Säugetiere schon in fünf Metern Entfernung abschrecken soll.

    ist mein chef eigentlich auch ein säugetier?

  5. Pingback von Den Roland-Koch-Apfel … | ForenNews.de — 18. November 2008 @ 16:04

    [...] hat die angeber.in entdeckt, wir haben den zugehörigen Baum gefunden [...]

  6. Kommentar von tyzaro — 6. Dezember 2008 @ 10:11

    solch majestätischer humor passt mit seiner federleichtigkeit natürlich nicht zu dem milieu, das du für politik hältst. gedankliche unausgegorenheit ist deshalb nur logisch. dein frucht-roland und sein “pockennarbiger” hautausschlag sind die bunte blüte bzw. der süße oder saure lohn, apfel-entscheidungen dagegen trifft die wurzel: waren vielleicht trotz des hochstehenden grases die “leuchttürme” symbiotisch vernetzter pilzflechten zu erkennen?

  7. Kommentar von st. — 6. Dezember 2008 @ 11:08

    da steckt doch irgendwas ganz fieses in deinen zeilen und ich erkenn es auf anhieb nicht.

    ich bin jetzt erst mal, vorsichtshalber, ein bisschen beleidigt, oke? ;)

  8. Kommentar von tyzaro — 6. Dezember 2008 @ 11:39

    oké.
    hüterin deines blog-porzellans …
    nötig ist das aber nicht: erstens war es keineswegs so gemeint, und zweitens darf es von mir aus völlig unausdiskutiert unter dieser fabelhaften überschrift “das zeitliche segnen”, darf es?

  9. Kommentar von st. — 6. Dezember 2008 @ 13:41

    nehe. das bleibt jetzt so. kann man bestimmt noch mal gebrauchen :))

  10. Kommentar von tyzaro — 6. Dezember 2008 @ 13:59

    als gefühlsjoker, soso.
    was sind das denn für mätzchen?

  11. Kommentar von st. — 6. Dezember 2008 @ 20:25

    keine. aber mir gefällt die schreibweise von oké. der de gui ist eh der sympathischste accent von allen.

    das will ich der nachwelt erhalten wissen!

  12. Kommentar von tyzaro — 10. Dezember 2008 @ 13:29

    oké, sté.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI

Einen Kommentar hinterlassen