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Gestern hantiert der Traummann mit der Grillzange rum und ningelt vor sich hin. Weil das Operationswerkzeug ist aus Holz (Das war gut!), leider ist ein Teilstück vorne abgebrochen (Das war schlecht!):
Gestern hantiert der Traummann mit der Grillzange rum und ningelt vor sich hin. Weil das Operationswerkzeug ist aus Holz (Das war gut!), leider ist ein Teilstück vorne abgebrochen (Das war schlecht!):
Der Sohn hat heute seine erste schriftliche MSA-Prüfung. Angesichts der Bedeutungsschwere des Tages, weiss er seine Chancen zu nutzen und frug mich gestern, ob ich ihn heute zur Schule fahren könne. Es ist so: Seine Schule liegt nicht wirklich auf meinem Arbeitsweg – genauer: Seine Schule liegt gar kein bisschen auf meinem Arbeitsweg. Aber! MSA! Also habe ich ich das zugesagt. Natürlich habe ich das! Mit dem Zusatz, dass er aber doch bitte beachten soll, dass ich wirklich pünktlich um halb 9 losfahren möchte, weil ich elend viel zu tun habe und Freitag ist und ich nicht bis Uhre im Büro sitzen will, weil das Wetter schön ist und wir abends wieder mit unseren wunderbaren Freunden verabredet sind und alles eben. Er nickte eifrig und wichtig und “‘Türlich, Mama, kein Problem. Ist mir auch total recht, denn dann bin ich eine halbe Stunde früher da als nötig und das kann ja nie verkehrt sein.”
Während ich diese Zeilen schreibe, ist es 08:39 Uhr und der Sohn liegt mit seinem entzückendsten Ichsehsosüßauswennichschlafe-Gesicht im Bett und lebt quasi noch gar nicht.
Ich sehe jetzt 2 Möglichkeiten:
Sagt mal, das heilige Zippo vom Traummann – das ist ja sturmfest und so.
Ist ein 60°-Intensiv-Waschgang auch ein Sturm?
Ich möchte singen vor Freude. Und laut jubilieren und tanzen. Und zwar sofort. Denn just eben ist auch mir in’s Bewusstsein gerückt, dass die EM vor der Tür steht! Fussball, Meisterschaft, Europa! Der liebe Gott war ein guter Mann, dass er diese 3 Komponenten erfunden und zur EM 2008 zusammengeführt hat. Denn ich liebe Fussball-Meisterschaften. Egal ob Welt oder Europa. Hauptsache Fussball. JA!
Der Sohn wird die England-Fahne am Balkon aufhängen. Ich werde sie wieder abhängen. Er wird sie wieder aufhängen – das machen wir ca. 17 mal schweigend. Beim 18. Mal wird er die schwächeren Nerven haben und laut sagen: “OAR, MAMA!”, dann werde ich still in mich hineingrinsen und mich anderen Dingen widmen:
Ich beschäftige mich ja derzeit immer wieder aktiv damit die Welt zu verbessern. Das wird nicht immer entsprechend gewürdigt, aber die grössten Helden sterben unverstanden. Warum soll es Heldinnen da anders gehen? Deswegen will ich nicht klagen.
Erst vergangenes Wochenende habe ich meinen bescheidenen Obolus entrichtet, um die Kommunikation der unterschiedlichsten Herkünfte, Traditionen und politischer Ausrichtungen unter- und miteinander zu fördern: Befreundete Pärchen! Das kennt doch jeder, oder? Man hat in seinem Bekanntenkreis ständig mindestens ein befreundetes Pärchen, das mit einem anderen befreundeten Pärchen aus demselben Bekanntenkreis irgendwie partout nicht klar kommen will. Da kollidieren mitunter Weltansichten miteinander, die ein gemeinsames Miteinander sehr anstrengend gestalten können. Dem habe ich erfolgreich entgegengewirkt und ganz den Gedanken verfolgend, dass nur Kommunikation mit- und nicht gegeneinander dem angestrebten Weltfrieden dienlich ist, habe ich unsere befreundeten Pärchen der unterschiedlichsten Couleur um mich versammelt und, was soll ich sagen? – Wir haben wundervolle Stunden miteinander verlebt, in denen persönliche Weltbefindlichkeiten komplett zurückgestellt wurden. Es geht also! Alle können miteinander auskommen, wenn sie nur wollen! Ich weiss es nun genau.
Um die Brisanz der Mischung der anwesenden befreundeten Pärchen zu verdeutlichen, möchte ich Euch eine zufällige Auswahl der Anwesenden heute vorstellen:
Warum genau die Kommunikation zwischen Männern und Frauen gleich immer so missverständlich ist, wird mir an sich ein ewiges Rätsel bleiben. Allerdings weiss ich ganz genau, wer die Schuld am ewigen Aneinandervorbeireden zwischen den 2 Geschlechtern trägt: Die Männer natürlich. Dabei ist alles so einfach. E_r_n_s_t_h_a_f_t_! Denn, wenn eine Frau eine Frage stellt, gibt es eigentlich nur 2 mögliche Antworten: Die richtige oder die falsche. Männer wählen mit einer unglaublichen Treffsicherheit grundlegend die falsche aus und wundern sich dann stundenlang darüber, was jetzt los ist.
Ich weiss nicht, woher Ihr diese Treffsicherheit nehmt, meine derzeitige Vermutung ist, dass Ihr im Laufe der weltbiologischen Entwicklung schlicht ein Gen gebaut habt, das Ihr fehlerhaft programmiert habt und bis heute ist es Euch nicht gelungen diesen Genbug zu fixen. Und damit wir nicht an Euren stümperhaften handwerklichen Fähigkeiten zweifeln, reicht Ihr Euer selbstgebasteltes Gen in irgendeiner geheimen Zeremonie, bei der Frauen grundlegend nicht anwesend sind, von männlicher Generation weiter und weiter. Mit den begleitenden verschämten Worten: “Hier mein Sohn, nimm dieses Gen, vielleicht findest du den Fehler, ich selbst bin daran gescheitert. Wie auch bereits all Deine männlichen Vorfahren. Es ist nun an Dir! “ Währenddessen steht Ihr vor einer riesengroßen Leinwand, auf der Beck, aus urheberrechtlichen Befindlichkeiten in der Southpark-Variante, den Loser im Dauerloop performed:
Zum Abschluss dieser Zeremonie müsst Ihr sicherlich noch einen fürchterlich geheimen Schwur (“Bei der Ehre meiner Mutter und des FC St. Paulis!”) abgeben und damit ist besiegelt und beschworen, dass die Frauenwelt niemals nie irgendetwas von all dem erfahren wird.
Ich kann mir das so richtig bildlich vorstellen. Es ist eine entsetzliche Vorstellung, die mir das Herz zu zerbrechen droht: ein jahrhundertaltes, kollektiv gepflegtes, komplett hoffnungsloses, männliches Scheitern. Eine Männertragödie der Weltgeschichte: Das verfluchte Falsche-Antwort-Gen. Welch’ entwürdigendes Schauspiel. :(
Aus komplett uneigennützigen Gründen und weil ich Männer wirklich sehr gerne mag, möchte ich heute aufopferungs- und liebevoll meinen kleinen Beitrag leisten und Euch exemplarische Beispiele liefern, die Euch bei der Fehlerfindung in Eurem verpfuschten Frauen-fragen-Männer-antworten-Gen hilfreich sein sollen. Und mein Herz ist voller Liebe für Euch, während ich dies schreibe:
.. dem braungebrannten, frisch aus dem Wellenreiten-Urlaub zurückgekehrtem, eigentlich _total_ schnuffigem Kerl aus dem Büro im 1. Stock einen schönen Gruss von mir sagen und ausrichten, dass die Idee, ein Gespräch mit mir mit den Worten:
“Na, alles fit im Schritt?”
zu beginnen, eine richtige totale abgefuckte Scheissidee war? Sagt ihm das jemand, ja? Dankeschön.
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