Blogeintrag von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens.

von st. am 29 Februar 2008 — Kategorie: angebär.in

Was ein iPhone ist, muss ich meiner verehrten Leserschaft sicherlich nicht erklären, oder? In Kürze, für die Unwissenden: Ein iPhone ist das, was ich nicht besitze, weil alle Entscheidungsträger (außer mir selbst natürlich) steif und fest behaupten, dass ich kein iPhone brauche. Selbstverständlich irren besagte Entscheidungsträger da total, aber das ist ja ein grundsätzliches Problem und muss an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden.

Also, das ist ein iPhone:

3 iPhones

Gut. Okeoke. Das sind sogar 3 iPhones. 3 iPhones aus Bochum. (Bochum – das ist die Stadt aus dem gleichnamigen Lied von Grönemeyer, alles klar?) Jahrelanges Hercule-Poirot-Lesen ermöglicht es mir sogar noch die jeweiligen Besitzer dieser 3 iPhones namentlich zu benennen.

So würde ich – von links nach rechts gehend – detektivgrossmeisterisch mal behaupten, dass das erste iPhone das Eigentum eines Herrn namens Randolf aka gulli ist – was ich daraus schließe, dass der Bildschirmhintergrund schwer nach Sonnenuntergang in Südafrikanischen Meeresgewässern anmutet.

Das iPhone in der Mitte hingegen ordne ich recht eindeutig lexaT zu. Von wegen Webworker, globalen Denken und Kram – die Erde passt, egal ob sie vielleicht doch eine Scheibe ist – es muss seins sein.

Bleibt das iPhone ganz rechts. Das mit dem Magengeschwür. Bitte näher treten, Augen zusammenkneifen und genau hingucken! Da ist ein Magengeschwür drauf. Mir persönlich sind nur 2 Menschen bekannt, die ein solches Magengeschwür besitzen. Und ich weiss es genau, ich habe es nämlich den Beiden selbst geschenkt. Der eine wohnt im Niemandsland, wo es weder Internet noch iPhones gibt. Der andere wohnt in Bochum. Und ist einst vor vielen Jahren angetreten, um im Internet den Apple-Vernichtungs-Feldzug in Form von ungezählten Mac-Hasspredigten zu führen und die Bytes des WorlWideWebs mit hämischen Kommentaren zu pflastern, sobald das Wort Macintosh irgendwo fiel. In schöner Regelmäßigkeit unterdrückt eben jener bekennende Apple-Hasser dramatisch seinen Brechreiz, wenn er mein MacBook sieht und führt sich auf, als würde er gleich wegen einer Apfel-Allergie das Zeitliche segnen, währenddessen er vergeblich versucht sein komisches Ubuntu-Notebook mit unserem WLAN zu verbinden. Apple findet er nicht nur Scheisse – er _verachtet_ Apple. Und lässt dies darin gipfeln, indem er ein sogenanntes Internettagebuch führt, das sich den Titel “Tales from the Mac Hell” auf die virtuelle Fahne geschrieben hat, und sich so eine Plattform geschaffen hat, um seine abgrundtiefe Abneigung ungestört ausleben zu können.

Er heisst Richie. Und er hat ein iPhone. Und Magenschmerzen, weil er sich Musik im iTunes-Store kauft.

Bitte sehr: Es darf laut hohngelächtert werden. Aber _richtig_ laut, bitte!

Denn für dieses Leben
ist der Mensch nicht anspruchslos genug
drum ist all sein Streben
nur ein Selbstbetrug.
(B.Brecht)

Die ungewohnte Ereignisleere.

von st. am 28 Februar 2008 — Kategorie: angebär.in

Es ist nichts passiert. Seit Tagen lebt dieses Blog davon, dass der letzte Blogeintrag auf einen halbwegs witzigen, naja je länger ich drüber nachdenke, desto langweiliger finde ich ihn, Rechtschreibfehler in dieser web.de-Umfrage hinweist und darüber wachsen mittlerweile die ersten Staubpuschel da rechts oben in der Blogecke, die ich zu faul bin wegzuwischen. Es ist ein Elend. Es gibt nichts, was es zu berichten gäbe.

Okeheee, theoretisch könnte ich erzählen, dass jemand, den ich aus von mir gewohnter Rücksichtsnahme nicht namentlich näher benennen werde, gestern auf unserem gemeinsamen Server aus Versehen alle (A-L-L-E!) Mailfächer gelöscht hat. Er hätte irgendwas probiert und er hätte am Ende sogar auch rausgefunden, wie das geht, was er probiert hat, erzählte er mir später am Abend, als ich ihn durchs Telefone anknurrte, wo zum Teufel meine ganzen Mailadressen hin sind. Wäre Rene nicht Rene, hätte ich ihn bestimmt schon mindestens 17 mal in diesem Leben erschlagen. Ach, jetzt hab ich seinen Namen ja doch genannt. Huch!

Ich konnte ausserdem nicht mal VORHER das Geheimnis ausplaudern, dass Randolf sein komisches gulli-board nach Österreich ausverkauft hat. Und warum? Weil ich es nicht wusste vorher! Richie hat mir vorher nichts davon erzählt. Deswegen konnte ich es nicht erzählen. Im Gegenteil: Ich selbst habe es ausgerechnet vom Traummann mit diesem “Was-haben-deine-verbrecher-denn-da-schon-wieder-gemacht?”-Tonfall erzählt bekommen. Hmpf.

Zur Strafe lass’ ich jetzt die Bombe platzen und erzähle unermüdlich jedem, dass es sich bei dieser gulli:board:Verscherbelei um einen großangelegten Aprilscherz handelt, auf den die ganze Welt reingefallen ist. (Ausser mir, selbstredend). So. Bitte weitersagen!!

Dafür aber hat Richie mir ein anderes Geheimnis erzählt. Das darf ich aber auch nicht erzählen, weil ich es versprochen habe. Es ist ein einziges Elend: Das eine Geheimnis kann man nicht erzählen, weil man es nicht kennt – das andere Geheimnis darf man nicht erzählen, weil man es versprochen hat. Ihr seht mich leiden. :(

Dann habe ich diese Woche noch 2 selbstgebackene Schokoladentörtchen von meinem Lieblingskollegen H. mitgebracht bekommen, von denen ich genau 0 und der Traummann genau 2 gegessen hat. Klar, es waren ja auch nur 2 da. Und sie haben vorzüglich geschmeckt, wurde mir versichert.

Es gab noch die ein oder andere Diskussion mit dem Sohn, die sich im Wesentlichen darum drehte, dass es ausgesprochen ungerecht und unfair und spiessig ist, dass er nicht 700 Euro Taschengeld in der Woche bekommt. Und insgesamt konnte man sich darauf verständigen, dass er es am Schlechtesten von allen 16jährigen dieser Welt hat.

Im Job hat mir mein Chef ausdrücklich untersagt mein Vorhaben, eine Mail an einen Kunden mit “Hallo Arschloch” zu beginnen, umzusetzen. Auch das ersatzweise angebotene wunderschöne “Hallo blöder Wichser” wurde abgelehnt. Das wiederum fand ich sehr unfair und ungerecht und spiessig. Und insgesamt konnte ich mich mit mir darauf verständigen, dass ich es am Schlechtesten habe. Was Tira mir netterweise noch bestätigte, indem er mir kommentarlos diesen Text (.pdf!) zuschickte.

So, mehr war nicht. Ach ja, einen Esel kriege ich auch nicht, meint der Traummann. :(

Über-

von st. am 22 Februar 2008 — Kategorie: alles andere

überflüssig?

-flüssig?

(web.de)

Und IHR* versteht nicht, warum WIR Männer manchmal mindestens seltsam finden?

von st. am 22 Februar 2008 — Kategorie: angebär.in

Der Chef hat Husten. Also bring ich ihm, weil ich ihn ja doch irgendwie gut leiden kann (PSCHT!) Salbei-Bonbons mit, stell die Dose mit den Bonbons auf seinen Schreibtisch und sage: “Hier für Dich.” Er freut sich und sagt: “Danke schön.”

10 Minuten später steht besagte Bonbondose unangebrochen plötzlich mitten auf meinem Schreibtisch.

Verwundert nehme ich sie, gehe in sein Büro und sage: “Äh? Ich hab’ keinen Husten?!” Und kriege zur Antwort (mit diesem typischen Blick, wenn Männer _total_ verwundert sind): “Naja, ich dachte, die ist ja noch zu und es gäbe vielleicht noch eine angebrochene?”

Ich hab ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung was das alles bedeuteten sollte. Aber es hatte sicher einen sehr tiefen Sinn.

(*= Männer)

My private Gipfeltreffen:

von st. am 21 Februar 2008 — Kategorie: angebär.in

Ewige Superlieblingsband N°1 meets ewigen Superlieblingsschriftsteller N°1:

Bitte Ruhe, ich muss das hören!

Gefällt wahrscheinlich wieder eh keinem hier. Na und!

Postgeheimnis.

von st. am 21 Februar 2008 — Kategorie: angebär.in

Liebe Kinder, heute erkläre ich Euch, was ein Postgeheimnis eigentlich genau ist:

Stellt Euch einfach vor, Ihr geht beispielsweise Mittwochs extra zum Briefkasten, um einen Brief mit einem Buch an Euren lieben Freund Richie einzuwerfen. Ihr steht also vor dem gelben Briefkasten, zieht den Brief aus Eurer Tasche und werft ihn ein.

Bis hierhin klar, oder?

Und jetzt stellt Euch vor, dass Ihr Donnerstags auf der Arbeit irgendeinen Schlüssel in derselben Tasche sucht und verdutzt einen Brief mit einem Buch an Euren lieben Freund Richie aus dieser Tasche zieht. Und dann, meine Lieben, dann guckt Ihr erst mal ein paar Minuten blöd in der Gegend rum und fragt Euch, was genau Ihr eigentlich am Vortag in den großen, gelben Briefkasten geworfen habt, wenn es nicht dieser Brief war.

Und das, liebe Kinder, das wird wahrscheinlich das ewige Geheimnis der Post bleiben. Das nennt man dann Postgeheimnis. Eigentlich ganz einfach, oder?

Morgen erkläre ich Euch dann, was ein Bankgeheimnis ist. :)

Nick Hornby. Slam.

von st. am 20 Februar 2008 — Kategorie: alles andere

Ich hätte hier gerne eine ganz wunderbare Buchvorstellung von Hornbys jüngstem Geschreibe stehen. Slam heisst der Kram und an sich wäre die Story auch fix erzählt:

Sam, 15, hat eine Mom, die ist 32 – jetzt rechnet selbst, bitte schön! – also, Sam ist schwer verliebt in Alicia, und dann eben doch nicht, auf jeden Fall aber doch verliebt genug, um sie zu schwängern, auch wenn allgemein bekannt ist, dass Liebe und Kinder-kriegen zwei verschiedene Paar Schuhe sind, egal. Alicia natürlich will nicht abtreiben, warum denn auch? Wollte ich damals auch nicht.

Und das ist das Problem mit Slam: Eigentlich muss man unentwegt ein bisschen kotzen, wenn man das Buch liest. Zumindestens, wenn man selbst einen Tick zu früh ein Kind gekriegt hat und das nun etwa in Sams Alter ist. Aber! Nick Hornby hat Slam geschrieben, deswegen muss das Kotzen mit dem Lachen gut koordiniert sein: Was dabei herauskommt, ist ein schiefes Grinsen.

Hornby hat einfach diese seltsame Eigenschaft über den fürch_ter_lichs_ten Lebensmist derart liebevoll zu schreiben, dass man ihm nichts übel nehmen kann, obwohl man das eigentlich auf jeden Fall will:

An meiner Schule waren ein paar minderjährige Mütter, und sie benahmen sich, als wäre das Baby ein neuer iPod oder ein neues Handy oder so, irgendein technischer Schnickschnack, den sie herumzeigen wollten. Es gibt viele Unterschiede zwischen einem Baby und einem iPod. Einer der wesentlichen Unterschiede ist, dass dich nie jemand überfällt, um dir dein Baby abzunehmen.

Also, wieherrjenochmal soll man jemanden nicht mögen können, der solche Sachen schreibt? Das geht schlicht nicht. Aber auf eine wunderbare Buchvorstellung kann man beruhigt verzichten. Zum einen, weil dieser vermaldeite Hornby mit seinen Büchern ständig an irgendwelchen Nerven bei mir rumkratzt, von denen mir gar nicht klar war, dass ich sie habe. Und zum anderen, weil Ihr Euch das Buch nämlich einfach selbst kaufen könnt. Es ist nämlich prächtig. Also tut das. (Nur Du nicht, Richie, Dir hab ich’s heute in die Post geworfen, damit Du endlich mal ein Buch von mir kriegst, an dem Du auch Freude haben wirst – und nicht immer nur andersrum.)

Nick Hornby – Slam
ISBN-10: 3462039652
ISBN-13: 978-3462039658
Kostet irgendwas kurz vor 18 Euro – was in Zigaretten umgerechnet ein Witz ist!

Nachsatz: Wer das Buch bereits gelesen hat, wird rummeckern, weil ich nix von Tony Hawk verraten habe. Warum aber sollte ich das? Von meinem Plakat damals strahlte Shakin Stevens auf mich herab und hörte sich meine Probleme an. Und allein dafür, dass ich *das* öffentlich zugebe, bin ich stinkesauer auf Herrn Hornby. Blödmann. Da liest man sein Buch und schon erzählt man total intime Dinge von sich.

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