Blogeintrag von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens.
Was ein iPhone ist, muss ich meiner verehrten Leserschaft sicherlich nicht erklären, oder? In Kürze, für die Unwissenden: Ein iPhone ist das, was ich nicht besitze, weil alle Entscheidungsträger (außer mir selbst natürlich) steif und fest behaupten, dass ich kein iPhone brauche. Selbstverständlich irren besagte Entscheidungsträger da total, aber das ist ja ein grundsätzliches Problem und muss an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden.
Also, das ist ein iPhone:

Gut. Okeoke. Das sind sogar 3 iPhones. 3 iPhones aus Bochum. (Bochum – das ist die Stadt aus dem gleichnamigen Lied von Grönemeyer, alles klar?) Jahrelanges Hercule-Poirot-Lesen ermöglicht es mir sogar noch die jeweiligen Besitzer dieser 3 iPhones namentlich zu benennen.
So würde ich – von links nach rechts gehend – detektivgrossmeisterisch mal behaupten, dass das erste iPhone das Eigentum eines Herrn namens Randolf aka gulli ist – was ich daraus schließe, dass der Bildschirmhintergrund schwer nach Sonnenuntergang in Südafrikanischen Meeresgewässern anmutet.
Das iPhone in der Mitte hingegen ordne ich recht eindeutig lexaT zu. Von wegen Webworker, globalen Denken und Kram – die Erde passt, egal ob sie vielleicht doch eine Scheibe ist – es muss seins sein.
Bleibt das iPhone ganz rechts. Das mit dem Magengeschwür. Bitte näher treten, Augen zusammenkneifen und genau hingucken! Da ist ein Magengeschwür drauf. Mir persönlich sind nur 2 Menschen bekannt, die ein solches Magengeschwür besitzen. Und ich weiss es genau, ich habe es nämlich den Beiden selbst geschenkt. Der eine wohnt im Niemandsland, wo es weder Internet noch iPhones gibt. Der andere wohnt in Bochum. Und ist einst vor vielen Jahren angetreten, um im Internet den Apple-Vernichtungs-Feldzug in Form von ungezählten Mac-Hasspredigten zu führen und die Bytes des WorlWideWebs mit hämischen Kommentaren zu pflastern, sobald das Wort Macintosh irgendwo fiel. In schöner Regelmäßigkeit unterdrückt eben jener bekennende Apple-Hasser dramatisch seinen Brechreiz, wenn er mein MacBook sieht und führt sich auf, als würde er gleich wegen einer Apfel-Allergie das Zeitliche segnen, währenddessen er vergeblich versucht sein komisches Ubuntu-Notebook mit unserem WLAN zu verbinden. Apple findet er nicht nur Scheisse – er _verachtet_ Apple. Und lässt dies darin gipfeln, indem er ein sogenanntes Internettagebuch führt, das sich den Titel “Tales from the Mac Hell” auf die virtuelle Fahne geschrieben hat, und sich so eine Plattform geschaffen hat, um seine abgrundtiefe Abneigung ungestört ausleben zu können.
Er heisst Richie. Und er hat ein iPhone. Und Magenschmerzen, weil er sich Musik im iTunes-Store kauft.
Bitte sehr: Es darf laut hohngelächtert werden. Aber _richtig_ laut, bitte!
Denn für dieses Leben
ist der Mensch nicht anspruchslos genug
drum ist all sein Streben
nur ein Selbstbetrug.
(B.Brecht)



