Kein Ausfall!

von st. am 14 Januar 2010 — Kategorie: der sohn

“Hallo Mama!”
“Na, Sohn!”
“Und, was gibt’s?”
“Nix. Du rufst an, oder?”
“Wo?
“Bei mir….”
“Ja.”


Schweigen.

Das kann er total gut, der Sohn: Anrufen und das Telefonat dann irgendwie so hindrehen, als hätte ich angerufen und dann zielgerichtet darauf zusteuern, dass ich gerade seine wertvolle Teenagerzeit mit sinnlosen Anrufen verplempere. Also, er kann das RICHTIG gut, meine ich.

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Von Blockblockaden und Geozweiecken.

von st. am 13 Dezember 2009 — Kategorie: der sohn

Ich habe eine Blockblockade. Seit exact einem Monat. Jetzt habe ich es endlich psychologisch analysiert: Tiefgreifende zwischenmenschliche Ereignisse verhindern erfolgreiches Bloggen bei mir:

sohn, sweet sohn ;)

Ich wurde eine herrenlose Mutter, deren Sohn plötzlich volljährig und ausgezogen ist und ich irre seitdem ziellos durch die Strassen Berlins und kein Mensch kümmert sich um mich! Ich sitze alleine mit meinen Ängsten in den dunkelsten und feuchtesten Ecken dieser grässlichen Stadt und suche mein Baby! Mir hat das niemand gesagt, dass der Sohn mal erwachsen wird irgendwann! Damit hatte ich nicht gerechnet. Wem renne ich denn jetzt besorgt hinterher und stelle alle möglichen total spiessigen und neugierigen Fragen? Ich löse mich sozusagen in ein einziges NICHTS auf, weil der Sohn plötzlich flügge geworden ist. Ich bin quasi arbeitslos. Und sinnlos. Und überflüssig. Und ohne Funktion. Und alles. Und so.

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Öfter mal was Erfrischendes!

von st. am 11 November 2009 — Kategorie: der sohn

Der Sohn wandert zwischen seinem Zimmer und Küche hin- und her. Wirft dabei jedesmal, wenn er an unserer offenstehenden Tür vorbeischleicht, bedeutungsvolle Blicke zu uns. Ich ignoriere es gekonnt. 10 mal. Beim 11. Mal habe ich mal wieder die schwächeren Nerven und frage: “Sag mal, suchst du was?”

“Was Süßes!”, tönt es prompt zurück.
Ich zeige schweigend auf die exorbitant grosse Schüssel, gefüllt mit Schokolade und Keksen und allem, was das Süßigkeitenherz begehrt.

“Neee, eher was Anderes…”, erklärt die Jugend von Heute mit gewohnter Ausführlichkeit.
“Was Anderes.”, wiederholt das Alter von Alter von Heute mit gewohnter Begriffsstutzigkeit.
“Joar, was Erfrischendes.”

Ich zeige auf die Schüssel mit total erfrischenden und frischen Weintrauben und ernte ein Augenverdrehen erster Güte als Antwort zurück.

“Oke, Sohn, WAS Erfrischendes suchst du denn nun konkret?”, will die Mutter, die aber auch von NICHTS eine Ahnung hat, wissen. Und wird aufgeklärt:

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Muttizettel reloaded.

von st. am 24 Oktober 2009 — Kategorie: der sohn

“Hallöchen! Wo bist du denn, liebste Mama?”, säuselt es mir aus dem Handy in mein Ohr.
“Hallöchen?”
“Jahaaa, hallöchen!”
“Liebste Mama?”
“Jahaa, liebste Mama!”
“Mit wem spreche ich denn?”
Oar, Mama!”
“Ach, DU bist es. Ich hab’ dich gar nicht erkannt, Sohn. Deine Stimme klang so fremd.”
“Wie fremd?”
“Naja, so freundlich irgendwie.”

Schweigen. Plötzlich dämmert es mir:

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Der von-Neumann-Rechner :)

von st. am 20 Oktober 2009 — Kategorie: der sohn

Der von-Neumann-Rechner :)

Plötzlich steht der Sohn im Zimmer. Einfach so. So von sich aus. Ungerufen quasi. F_R_E_I_W_I_L_L_I_G! Er guckt sehr bedeutungsschwanger, räuspert sich:

“Ich mache jetzt das Referat über den von-Neumann-Rechner!” und seine Stimme signalisiert eine extrem wichtige Mission. Also, mindestens so wichtig, dass jetzt bitte keine Mutter dieser Welt auf die Idee kommen möge, den Sohn mit den Alltäglichkeiten des Lebens drangsalieren zu wollen. Von wegen fragen, ob er zuerst den Müll rausbringen kann oder sowas. Geht jetzt gar nicht. Und zwar ganz und gar nicht! Ich verstehe, nicke verständnisvoll und nehme mir vor diesmal nichts zu sagen. GAR NICHTS! Es einfach hinzunehmen, dass der Sohn jetzt einer höheren Gesellschaftsschicht angehört als meiner. Nämlich der, die sich um die Bedeutung des von-Neumann-Rechners völlig selbstverständlich im Klaren ist. Und noch während ich am krampfhaft Nichts-Sagen-Vornehmen bin, passiert das, was immer passiert, wenn ich mir vornehme diesmal WIRKLICH nichts zu sagen. Ich öffne den Mund und heraus purzelt:

“Der von-WAS-Rechner?”

Ohmeingott. Das war natürlich falsch. Also. So richtig voll total falsch. Ich habe schon viele falsche Fragen in meinem Leben gestellt. Aber das war definitiv die Falscheste von Allen.

Die linke Augenbraue des Sohnes schnellt ca. 5 cm nach oben, das Wunderkind guckt mich völlig fassungslos an und stellt mit dieser unangenehmen Härte, die diese Jugend von Heute so inne hat, fest, dass seine Mutter ja nun mal keine Ahnung hat, wie peinlich echt! “Das ist die Grundlage jeden Computers, Mama! Eingabe, Ausgabe!”, sprach’s und entschwand in sein intellektuelles Kinderzimmer. Natürlich renne ich umgehend hinterher und halte einen hochinteressanten Vortrag über Wissen und Weisheit und all diese Sachen, die kein Mensch interessiert.

Später, beim Abendessen, stichel ich streitlustig rum: “Der Sohn schreibt grade ein Referat über den von-Neumann-Rechner.” und gucke erwartungsvoll in die Runde. Der Traummann, ich seh’s genau, hat keinen Plan wovon ich rede – aber irgendwie macht er es mal wieder viel klüger als ich vorher:

“Hmhm, und wann wurde der erfunden?”
“‘1945.”
“Ach, da gab’s schon Computer, ja?”

Schlau! Echt wahr jetzt! Einfach Gegenfragen bis zum Umfallen stellen und schon ist man der Champ, obwohl man keine Ahnung hat, wer oder was der von-Neumann-Rechner bitte ist. Ich gucke bewundernd den Traummann an. Er guckt nicht zurück. Klar. Er grinst in’s Essen und muss Fragen stellen dabei. Da kann er nicht zurückgucken. Das verstehe ich! Man verlangt ja eh viel zu viel von den Männern dieser Welt. Sei es wie’s ist: Der Sohn hat das Referat über den von-Neumann-Rechner geschrieben.

2 Tage später. Ob wir das Referat eigentlich mal sehen können?

“Joar.”, kommt es zurück und in Millisekunden-Schnelle rauschen 6 Power-Point-Folien über das Display des Rechners. Und wir bekommen erklärt, dass es bei dem von-Neumann-Rechner-Referat ja überhaupt gar nicht um Inhalte ging, sondern der Informatik-Lehrer wollte nur sehen, ob der Sohn mit Power Point umgehen kann, aber in der Schule gibt’s kein Office 2007 sondern ein Älteres und deswegen konnte der Informatik-Lehrer das Referat gar nicht öffnen und so.

Ich hab gelacht, OH DOCH! Voll unpädagogisch wertvoll und total laut. Keine Inhalte! Grundlage eines jeden Computers! Ahnung von Power Point. Haha!

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Joar!

von st. am 9 Oktober 2009 — Kategorie: der sohn

Lust ab half 11!

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So gesehen: Fast logisch.

von st. am 30 September 2009 — Kategorie: der sohn

“Du Sohn, wo sind’n eigentlich die 50 Euro, die ich dir letzten Freitag gegeben habe?”
“Du hast gesagt, dass ich 20 Euro ausgeben darf!”
“Ja.”
“Und 5 Euro habe ich heute gebraucht zum Essen in der Mensa!”
“Ja?”
“Joar.”
“Was gab’s denn?
“Wo?
“In der Mensa…”
“Schnitzel und voll lecker, echt und warum essen wir eigentlich so selten Schnitzel?”
“Und die restlichen 25 Euro?”
“Naja…”
“Sohn?”
“Joar?”
“Die restlichen 25 Euro??”
“Das Taxi hat ja 19 Euro gekostet und Trinkgeld musste ich dem Fahrer ja auch geben, es war ja total spät nachts!”

Ich starre auf den Telefonhörer und versuche krampfhaft die Flut an soeben erlangten Halbinformationen zu verdauen. Und zu verstehen! Taxi. Total spät. Nachts?!

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