Günther Freiherr von Gravenreuth ist verstorben. Er hat sich erschossen.
Damit habe ich nicht gerechnet. Ich finde es zwar, rückblickend, in sich logisch – aber gerechnet habe ich damit nicht. Wie gesagt.
Ich kannte GvG nicht persönlich. Trotzdem berührt mich dieser Tod irgendwie seltsam. Sicher gehe ich konform mit vielen Menschen, die ihn ebenso nicht persönlich kannten, in der Meinung, dass GvG ein Arsch war. Aber. Und das hat mich von jeher in den Kreis der sogenannten GvG-Symphatisanten geschmissen: Er war ein symphatischer Arsch. Das relativiert nichts. Will es gar nicht. Es ist nur einfach so.
Es gab ein paar wenige Kontakte via Mail zwischen GvG und mir, mehr nicht. Die waren ausnahmslos symphatisch. Es gab einen Artikel von mir über GvG, der in einigen Passagen sachlich falsch war. GvG hat sie richtig gestellt. Per Mail, sachlich und ohne Abmahnung. Das habe ich korrigiert und ihm bei der Gelegenheit gesagt, dass er die hässlichste Homepage hat, die ich je gesehen habe. Was er zur Kenntnis genommen hat – geändert hat er es trotzdem nie. Klar.
Ich will GvG nicht posthum zum Gutmenschen küren. Wahrlich nicht. Geht auch gar nicht, selbst, wenn ich wollte – dafür fand ich ihn zu arschig. In seinem internetten Agieren. Gutmenschen gibt es, davon ab, eh keine, GvG hin, GvG her.
Aber ich fand ihn irgendwie symphatisch. Wie gesagt. Und mit diesem Abgang habe ich nicht gerechnet. Wie gesagt. Und dieser Abgang berührt mich irgendwie seltsam. Wie gesagt.
Ich hoff’, dass die, die der Tod von GvG wirklich betrifft, damit klarkommen.
Das einzige, was ich GvG wirklich übelnehme, ist, dass er mich mit seinem Freitod aus einer mehrwöchigen Schreibfaulheit herausprügelt, in der ich mich grade so wohl gefühlt hatte.
Und deswegen werde ich Euch wohl Morgen die Sache mit dem Sohn und dem Führerschein erzählen müssen. Bleibt mir ja nix Anderes übrig.
Und wer hat wieder Schuld? GvG! Wer sonst! Alles wie immer. Nur, dass er jetzt tot ist.
Wie gesagt.